Hugo Sinzheimer Institut

Aktuelles

Neues Gutachten von Prof. Dr. Martin Franzen über die "Stärkung der Tarifautonomie durch Anreize zum Verbandsbeitritt" erschienen (HSI-Schriftenreihe Bd. 27).

Veranstaltungsübersicht

28.02./01.03.2019  - Hans-Böckler-Forum
04.04.2019  - Sozialversicherungsregress
26.06.2019  - Sinzheimer-Vorlesung
                       und Preisverleihung

Stellenausschreibung des HSI

Aktuelle Stellanausschreibung für eine/n Wissenschaftliche Referentin / Wissenschaftlichen Referenten.

Zeitschrift Soziales Recht

Das HSI gibt in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsrecht der Universität Göttingen die Zeitschrift Soziales Recht im Bund-Verlag heraus.

Bild zum Thema Hugo Sinzheimer Institut als Teil der Hans-Böckler-Stiftung

Sinzheimer-Vorlesung “The Standard Employment Relationship in Europe – Recent Developements and Future Prognosis”

Zur diesjährigen Sinzheimer-Vorlesung hatte das HSI in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt am 5. Juni 2014 den renommierten britischen Arbeitsrechtler, Prof. Simon Deakin von der juristischen Fakultät der University of Cambridge, eingeladen. Die Vorlesung fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Goethe-Universität statt und befasste sich inhaltlich mit der Entwicklung und Zukunft des Normalarbeitsverhältnisses in Europa.

In seiner Vorlesung wandte sich Deakin zunächst in einer rechtsvergleichenden Betrachtung der Entstehung des Normalarbeitsverhältnisses zu, wobei er immer auch einen Blick auf die sich verändernden Rahmenbedingungen warf. Ausgehend von der durch Flexibilisierungstrends getriebenen, zunehmenden Erosion des Standardarbeitsverhältnisses wandte er sich sodann den regulatorischen Antworten auf diese Entwicklungen zu. Eine besondere Herausforderung stelle dabei die 2009 begonnene Wirtschaftskrise dar, die nicht zuletzt weiteren Deregulierungsdruck ausgelöst habe.

Vor diesem Hintergrund warf Deakin die Frage auf, weshalb es dem Normalarbeitsverhältnis dennoch gelungen sei, bis heute zu bestehen. Denn immerhin habe es in den entwickelten Marktwirtschaften keine grundlegende Veränderung im Verhältnis von Lohnarbeit zum Kapital gegeben. Vielmehr sei die Einführung prekärer Arbeitsformen typischerweise auf politische Entscheidungen und weniger auf Pfadabhängigkeiten zurückzuführen.

Eine sinnvolle Organisation der Arbeitsmärkte könne, so Deakin, durch die Kombination des Normalarbeitsverhältnisses mit einer aktiven Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsschutzrecht und solidarischen Formen des Sozialen Dialogs erreicht werden. Die Erneuerung des Normalarbeitsverhältnisses im Zusammenhang mit demokratischen und partizipativen Elementen der Arbeitsmarktorganisation sollte ein prioritäres Ziel der Unionsorgane sein, wenn über Reaktionsmöglichkeiten auf die aktuelle Krise nachgedacht werde.

Im Anschluss an den Vortrag kam es zu einer angeregten Diskussion, die von Professor Dr. Manfred Weiss moderiert wurde. Der Vortrag wird in der Zeitschrift Soziales Recht 3/2014 abgedruckt.