Hugo Sinzheimer Institut

Aktuelles

Neues Gutachten von Prof. Dr. Martin Franzen über die "Stärkung der Tarifautonomie durch Anreize zum Verbandsbeitritt" erschienen (HSI-Schriftenreihe Bd. 27).

Veranstaltungsübersicht

28.02./01.03.2019  - Hans-Böckler-Forum
04.04.2019  - Sozialversicherungsregress
26.06.2019  - Sinzheimer-Vorlesung
                       und Preisverleihung

Stellenausschreibung des HSI

Aktuelle Stellanausschreibung für eine/n Wissenschaftliche Referentin / Wissenschaftlichen Referenten.

Zeitschrift Soziales Recht

Das HSI gibt in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsrecht der Universität Göttingen die Zeitschrift Soziales Recht im Bund-Verlag heraus.

Bild zum Thema Hugo Sinzheimer Institut als Teil der Hans-Böckler-Stiftung

3. Jahrestagung zur Arbeitsrechtsgeschichte

Das Hugo Sinzheimer Institut für Arbeitsrecht (HSI) und das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (MPIeR) richteten am 8. Dezember 2017 in den Räumlichkeiten des MPIeR an der Goethe-Universität Frankfurt ihre dritte Jahrestagung zur Arbeitsrechtsgeschichte aus. Gegenstand war in diesem Jahr die „Arbeitsrechtsgeschichte der EU“. Die Tagungsreihe ist Teil der gemeinsamen Initiative der beiden Institute zur Förderung der Geschichte des Arbeitsrechts (näher zu den Aktivitäten siehe hier).

Nach einer Begrüßung durch den Direktor des MPIeR, Prof. Dr. Thomas Duve, führte Gerd Bender in das Tagungsthema ein und nahm auf die aktuellen rechtspolitischen Entwicklungen auf Unionsebene Bezug.

Sodann referierte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Manfred Weiss (Universität Frankfurt am Main und Vors. des HSI-Beirats) über „Europäisches Arbeitsrecht. Eine Erfolgsgeschichte?“. Er wies auf die Herausforderungen hin, denen ein unionsweites Arbeitsrecht aufgrund der unterschiedlichen Rechtssysteme und heterogenen Verbändelandschaften in den 28 Mitgliedstaaten begegnet. Weiter ging er auf die Genese des europäischen Arbeitsrechts ein, das bis heute unsystematisch und fragmentarisch sei. Die EU-Grundrechtecharta biete das Potential zu sozialem Fortschritt, das jedoch auch aktiviert werden müsse.

Im anschließenden Vortrag von Philip Bajon (MPIeR) standen „Positionen und Perspektiven der neuen EU-Rechtsgeschichte – Tendenzen der Forschung“ im Fokus. Er zeigte die Forschungsdebatten zur „Konstitutionalisierung“ der europäischen Verträge auf und informierte über die neuen Quellen, die der EU-Rechtsgeschichte zur Verfügung stünden.

In einem weiteren Vortrag referierte Prof. Dr. Florian Rödl (Freie Universität Berlin) über „Visionäre Geschichte: Europäisierung der Arbeitsbeziehungen durch "sozialen Dialog"“. In seiner historischen Betrachtung ging er auf die Ausgestaltung und Einordnung von im Rahmen des Sozialen Dialogs von den Sozialpartnern auf Unionsebene geschlossenen Vereinbarungen ein.

Die Entstehung des europäischen Arbeitsrechts aus dem Geist des internationalen Arbeitsrechts – Beispiel Entgeltgleichheit“ wurde von Prof. Dr. Achim Seifert (Universität Jena) beleuchtet. Er erläuterte, dass die Herstellung von Wettbewerbsgleichheit die treibende Funktion für die Entwicklung des internationalen Arbeitsrechts gewesen sei. Dies gelte auch für die Forderung nach Entgeltgleichheit, die dem Schutz männlicher Arbeiter vor weiblichen Niedriglöhnern dienen sollte. Weiter ging der Referent auf die Rolle der ILO bei der Entwicklung des Entgeltgleichheitsprinzips in der EG ein.

Unter der Moderation von Prof. Dr. Thorsten Keiser (Universität Giesen) wurden die Vorträge von anregenden Diskussionen begleitet. In seinen Schlussbemerkungen hob Prof. Dr. Michael Kittner (HSI-Beirat) die Bedeutung der EU-Arbeitsrechtsgeschichte für die heutige Diskussion hervor.