Hugo Sinzheimer Institut

Aktuelles

Neues Gutachten von Prof. Dr. Martin Franzen über die "Stärkung der Tarifautonomie durch Anreize zum Verbandsbeitritt" erschienen (HSI-Schriftenreihe Bd. 27).

Veranstaltungsübersicht

28.02./01.03.2019  - Hans-Böckler-Forum
04.04.2019  - Sozialversicherungsregress
26.06.2019  - Sinzheimer-Vorlesung
                       und Preisverleihung

Stellenausschreibung des HSI

Aktuelle Stellanausschreibung für eine/n Wissenschaftliche Referentin / Wissenschaftlichen Referenten.

Zeitschrift Soziales Recht

Das HSI gibt in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsrecht der Universität Göttingen die Zeitschrift Soziales Recht im Bund-Verlag heraus.

Bild zum Thema Hugo Sinzheimer Institut als Teil der Hans-Böckler-Stiftung

2. Konferenz International Labour Law - 'Social Pillar' - Social Europe?

Das Hugo Sinzheimer Institut für Arbeitsrecht (HSI) und das Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU) richteten am 22. September 2017 zum zweiten Mal gemeinsam eine Konferenz im Bereich des Arbeitsvölkerrechts aus. Im Fokus der diesjährigen Konferenz stand das Thema ‘Social Pillar‘ – Social Europe? – International Labour Law as a stimulus for better social integration – aspirations and reality. Im Rahmen der Veranstaltung wurde das Potential des Arbeitsvölkerrechts für die Fortentwicklung der sozialen Dimension der EU im Rahmen des Vorschlags der EU-Kommission zu einer sog. Europäischen Säule sozialer Rechte (ESSR) erforscht und diskutiert.

Nach einer Begrüßung und Einführung durch Prof. Dr. Monika Schlachter (IAAEU) hielt Prof. Dr. Dr. h.c. Susanne Baer (Richterin am BVerfG) den ersten Vortrag des Tages zum Thema „Embedded Constitutionalism. Social Rights in the Jurisprudence of the German Federal Constitution Court”. Die Referentin verdeutlichte die Einbettung des Völkerrechts in der deutschen Verfassungsordnung und betonte u.a. die Wichtigkeit, verbindliche völkerrechtliche Rechtsquellen zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit heranzuziehen. Weiter wies sie auf die grundlegenden Werte der Gleichbehandlung und Freiheitsrechte als immanente Bestandteile sozialer Gerechtigkeit hin. Dem schloss sich ein Vortrag von Prof. Dr. Ninon Colneric (ehem. Richterin am EuGH) über “International law as a stimulus for developing social rights in the case-law of the ECJ” an, in dem die Referentin auf die Rezeption des (Arbeits-)Völkerrechts in der Rechtsprechung des EuGH aufmerksam machte.

Von Prof. Nicola Countouris (University College, London) folgte ein Referat über “Balancing Social rights and economic freedoms – developments under the influence of international law”, in dem die Rolle der Grundfreiheiten und sozialen Rechte im Unionsrecht – insbesondere in der Anwendung durch den EuGH – thematisiert wurden. „International social standards of dismissal protection” lautete sodann das Thema von Prof. Mijke Houwerzijl (Tilburg University / Groningen University), die den Schutz vor Entlassungen unter Berücksichtigung der ESSR und internationalem Recht darstellte. Anschließend referierte Prof. Dr. Achim Seifert (Universität Jena) über „International social standards of working time regulation“ und ging hierbei insbesondere auf die Arbeitszeitstandards der ILO und ihr Verhältnis zum Unionsrecht ein.

Unter der Moderation von Prof. Beryl ter Haar (Leiden University) folgte eine „Round table discussion on the development of social rights” mit Nachwuchswissenschaftlern im Bereich des (Arbeits-)Völkerrechts. In diesem Rahmen referierte Pieter Pecinovsky (Leuven University) in seinem Vortrag “Social dialogue and worker involvement under the 'Social Pillar'” über die vorgesehene Beteiligung der Sozialpartner im Rahmen der ESSR und Calogero Massimo Cammalleri (Palermo University) über „Social rights for informal workers – cost efficiency included“. Die Konferenz endete mit den Schlussworten und einem Ausblick von Dr. Johannes Heuschmid (stellv. Leiter des HSI) auf die nächste Konferenz, die 2019 in Frankfurt am Main stattfinden wird.

Die Vorträge wurden von anregenden Diskussionen der rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begleitet. Die Moderation hatten Prof. Dr. Monika Schlachter und Prof. Dr. Daniel Ulber (Universität Halle) inne.

Eine Veröffentlichung der Vorträge ist in der Zeitschrift Soziales Recht geplant.