Das Hugo Sinzheimer Institut für Arbeitsrecht (HSI) wurde am 29.04.2010 in Frankfurt am Main eröffnet. Als Teil der Otto Brenner Stiftung bietet es Raum für nationale wie internationale arbeits- und sozialrechtliche Forschung.
Das Institut steht in der Tradition Hugo Sinzheimers (1875-1945), der als Rechtswissenschaftler, Rechtspraktiker, Rechtspolitiker und Soziologe unterschiedlichste Perspektiven auf das Arbeitsrecht vereinte. Sinzheimer war Rechtsberater des Deutschen Metallarbeiterverbandes, ab 1920 Honorar-professor für Arbeitsrecht an der Universität Frankfurt. 1921 initiierte er die Gründung der Akademie der Arbeit. In der Weimarer Republik war er SPD-Abgeordneter und sorgte als Begründer der rechtsetzenden Kraft des Tarifvertrages mit seinen Ideen maßgeblich für die verfassungsrechtliche Verankerung von Koalitionsfreiheit und Tarifautonomie. Sinzheimer gilt als Vater des deutschen Arbeitsrechts; sein Name steht für ein soziales Arbeitsrecht.
Im Sinne Sinzheimers pflegt das HSI ein Verständnis arbeits- und sozialrechtlicher Forschung, das unterschiedliche Aspekte integriert und dabei soziologische, rechtspolitische, internationale sowie auch rechtsvergleichende Elemente erfasst – verpflichtet dem humanistischen Erbe Hugo Sinzheimers. Das Institut will nicht nur grundlegenden Fragestellungen nachgehen und arbeits-/sozialrechtliche Forschung betreiben, sondern allgemein für Arbeitnehmer, Gewerkschaften sowie Betriebs- und Personalräte aktuelle und praktisch wichtige Themen behandeln. Es leistet einen aktiven Beitrag zu den rechtspolitischen Debatten rund um Fragen des Arbeits- und Sozialrechts und wird mit wissenschaftlich fundierten Argumenten die Diskussion versachlichen. Arbeitsfelder sind u.a. Fragen eines angemessenen Arbeitnehmerdatenschutzes, des arbeitsrechtlichen Kündigungsschutzes, der Stärkung der Tarifvertragsparteien, der Tarifbindung und der betrieblichen Mitbestimmung.